Die neue Veröffentlichung „Vorbereitet auf antifeministische Angriffe: Empfehlungen für Veranstaltungen“ ist entstanden aus der gemeinsamen Praxis der Fachstelle FAQ Baden-Württemberg, Gunda-Werner-Institut, Meldestelle Antifeminismus bei Lola für Demokratie e.V. und Spotlight – Antifeminismus erkennen und begegnen.

Antifeminismus bedeutet, feministische Anliegen und Positionen pauschal, aktiv und oft organisiert zu bekämpfen oder zurückzuweisen, sei es als Individuum in Internet-Diskussionen, sei es in Parteien oder anderen Gruppierungen. Antifeminismus ist eine zentrale Denkweise und Ideologie im Rechtspopulismus, in der extremen Rechten, religiös-begründetem Fundamentalismus und anderen demokratiefeindlichen Strömungen. Er fungiert als Brücke in breite Teile der Gesellschaft und trägt dazu bei, u. a. extrem rechte und vielfaltsfeindliche Einstellungen, Haltungen und Ressentiments zu normalisieren. Damit schwächt er den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt die Demokratie.

Gerade bei öffentlich angekündigten Veranstaltungen mit feministischen oder queeren Inhalten besteht ein zunehmendes Risiko für Angriffe – etwa durch gezielte Online-Mobilisierung, Shitstorms oder Störungen und Bedrohungen vor Ort. Das Vorgehen gegen Veranstaltungen, Organisatorinnen, Referentinnen und Beteiligte und damit einhergehende Dynamiken der
Mobilisierung sind als Teil organisierter antifeministischer Strategien zu sehen.

Daher ist es entscheidend, Veranstaltungen systematisch unter präventiven Aspekten zu planen und durchzuführen. Antifeminismus stellt eine reale Herausforderung für die offene, demokratische Debatte dar – besonders dort, wo Bildungsräume geschaffen werden sollen.

Veranstalter*innen tragen Verantwortung dafür, dass solche Räume sicher, respektvoll und zugänglich bleiben. Antifeminismus ist zudem eine ernstzunehmende Bedrohung, die sich gezieltgegen Frauen, queere Menschen und den Einsatz für Gleichstellung und Selbstbestimmung
richtet. Gerade deshalb sind gemeinsame (Lern)Räume und eine Praxis gegenseitiger Stärkung und Unterstützung wichtig.


*Foto von The Climate Reality Project auf Unsplash